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Florida
Südflorida, Miami und die Keys
Miami ist der größte Hafen der Welt für Kreuzfahrten (mit Stegkapazität für 14 Schiffe) und sowohl auf dem Wasser- als auch auf dem Luftweg ein ideales Sprungbrett in die Karibik. Der frühere Winterurlaubsort ist heute das ganze Jahr über viel besucht. Die Temperaturen sind ganzjährig angenehm - zwischen 20°C im Dezember und 27°C im August. Hotelzimmer und Apartments sind von April bis Mitte Dezember wesentlich preiswerter. Die Insel Miami Beach ist durch einen Damm und Brücken mit dem Festland verbunden. 80 Häuserblocks und 800 Gebäude sind um den Flamingo-Park gruppiert. Diese Gegend rühmt sich der größten Ansammlung von Art Deco-Gebäuden.
Miamis Stadtbild hat sich in den letzten Jahren durch Sanierungs- und Neubauprojekte stark verändert. Der Bayside Market Place, ein Baukomplex mit Geschäften, Restaurants und Pavillons rings um den Jachthafen, wurde für 93 Mio. US$ erbaut. Der 12 ha große Bayfront Park zieht sich an der Bucht entlang und verbindet Bayfront mit Riverwalk. Greater Miami oder Metropolitan Dade County setzt sich aus mehreren Ortschaften zusammen, darunter Miami, Miami Beach, Coral Gables, South Miami, Hialeah, Key Biscayne, Coconut Grove und Little Havanna (mit kubanischen Restaurants und Cafés). Im Nordosten liegt die beliebte Sunny Isles Motel Row, im Südwesten das Miracle-Mile-Einkaufsgebiet in Coral Gables (mit venetianischem Stadtbad) und das moderne Universitätsgelände. Im Greynolds Park im Norden gibt es Picknickplätze, Bootsvermietungen und einen Golfplatz. Eine Kuriosität ist das Kloster von St. Bernard de Clairvaux aus dem 12. Jahrhundert, das vom Verleger William Randolf Hearst in Spanien gekauft und dann Stein für Stein importiert wurde. Kulturell interessant sind das Miami Wax Museum, das Metropolitan Museum Art Center, das Lowe Art Museum mit einer umfassenden Sammlung primitiver Kunst sowie europäischer und orientalischer Gemälde und das Bass Museum of Art. Die American Sightseeing Tours führen täglich halb- oder ganztägig durch das Stadtgebiet von Greater Miami; außerdem bieten verschiedene Reiseveranstalter Rundfahrten per Boot an.
Von Watson Island kann man aus dem Hubschrauber einen Blick aus der Vogelperspektive auf Miami und Miami Beach werfen. Der Rundflug dauert 14 Min.
Der Fairchild Tropical Garden in der Old Cutler Road in Süd-Miami ist mit 33 ha farbenprächtigen tropischen Pflanzen aus aller Welt, einem Regenwald, Palmen, einem Senkgarten und einem Pflanzenhaus mit seltenen Arten der größte Botanische Garten der USA. Die HMS Bounty in Bayside ist eine Nachbildung des berühmten Schiffs aus dem 18. Jahrhundert mit voller Takelage, das durch das Buch »Meuterei auf der Bounty« berühmt wurde. Die Lion Country Safari ist eine 800 km lange Fahrt auf dem Southern Boulevard nach Westen durch einen Wildschutz- und Freizeitpark, in dem etwa 1000 afrikanische, asiatische und amerikanische Tiere relativ frei leben. Im Miami Metrozoo, unweit der Hauptverkehrsstraße Floridas, 152nd Street West, wird der natürliche Lebensraum der Tiere simuliert. Im Miccosukee Indian Village, westlich von Miami, kann man erfahren, wie dieser Indianerstamm (es gibt ihn noch heute) in der Mitte der Everglades (s. u.) lebte.
Im Monkey Jungle südlich der Hauptstraßenabfahrt 216 Street West, »wo die Menschen eingesperrt sind und die Affen frei herumlaufen«, kann man eine Affenkolonie sehen, die in einem üppigen Tropendschungel lebt. Zu den Hauptattraktionen zählen der Wild Monkey Swimming Pool, der Amazing Rainforest und der Ape Encounter. Vizcaya, südlich des Geschäftsviertels von Miami und der Biscayne Bay, ist ein schöner Palast mit 70 Räumen im Stil der italienischen Renaissance. Er liegt in einem 4 ha großen kultivierten Garten und beherbergt eine ausgezeichnete Sammlung von Möbeln und Kunstgegenständen. Das Miami Museum of Science & Space Transit Planetarium liegt in der Nähe von Vizcaya in der South Miami Avenue und bietet zahlreiche Attraktionen, einschl. einer Laserschau. Der Parrot Jungle, 18 km südlich von Miami, ist Habitat von 1100 Vögeln.
Der Everglades National Park westlich von Miami ist das größte subtropische Wildnisgebiet in Nordamerika. Er erstreckt sich auf 1,4 Mio. ha über drei Bundesstaaten und nimmt den größten Teil der Südspitze Floridas ein. Der Nationalpark beheimatet 600 Fischarten, 300 Vogelarten sowie zahllose Arten von Säugetieren und Pflanzen, die nirgendwo sonst auf der Welt wachsen. Es gibt Wanderpfade, Schwimmgebiete, Lagerstellen, Wanderungen mit Führung, Reitwege sowie Möglichkeiten zum Boot und Kanu fahren. Das übrige Gebiet der Everglades wird jedoch nach und nach entwässert, wodurch der Lebensraum einiger Indianerstämme und Tierarten zerstört wird. Nördlich der Everglades verbindet der Tamari Trail Miami und Tampa. Der einzige Zugang von hier zu dem 5439 qkm großen Naturgebiet ist der Wasserweg.
Die weltberühmten Florida Keys erstrecken sich über 290 km und führen über 42 Brücken von der Biscayne Bay in Miami zu den Dry Tortugas, die nur 145 km von Havanna entfernt liegen und allgemein als »Ende der Welt« bekannt sind. Sie sind in die Upper, Middle und Lower Keys unterteilt. Die Umgebung der Keys wird hauptsächlich von smaragdgrünen Lagunen, tiefblauem Meer, raschelnden Palmen, rauschenden Pinien und olivgrünen Mangroven dominiert. Key Largo ist ein Taucherparadies, nicht zuletzt, weil man hier Nordamerikas einziges lebendes Korallenriff im John Pennekamp Coral Reef State Park oder Key Largo National Marine Sanctuary besichtigen kann. Diese beiden Schutzgebiete bieten 55 Korallenarten und fast 500 verschiedene Fischarten; eine Erkundungsfahrt mit dem Glasbodenboot durch den John Pennekamp Coral Reef State Park ist möglich, der 21.000 ha Korallenriffe beinhaltet. In Key Largo gibt es außerdem das einzige Unterwasserhotel der Welt, in dem die Gäste ihre Abendstunden inmitten der bunten Meeresfauna verbringen können.
Islamorada Key in den Upper Keys ist die Hauptinsel der Purple Isle-Gruppe, die sich aus den Inseln Plantation Keys, Windley Key, Upper/Lower Matecumbe Key zusammensetzen. Diese Insel, als »Sportfishing Capital of the World« bekannt, macht ihrem Namen alle Ehre. Angler können hier u. a. nach Sailfish, Marlin, Dolphins (nicht Flipper), Kingfish, Snapper, Barracuda und Grouper fischen. Aber auch Segeln, Tauchen, Jet Skiing und Windsurfen sind hier allzeit beliebte Sportvergnügen. Außerdem befindet sich in Islamorada Key einer der ältesten und beliebtesten Marine Parks im ganzen Land, das Theater of the Sea. In Key Marathon, dem Herzen der Florida Keys, leben große Herden einer seltenen Seekuhart. Crane Point Hammock, ein 240 qkm großes Wildschutzgebiet, und das Dolphin Research Center sind weitere Anziehungspunkte dieser Insel.
Das größte Lower Key, Big Pine Key, ist ein tropisches Naturparadies, auf dem eine Rehart ihr zuhause hat sowie auch Alligatoren zu finden sind. Autofahrer sollten beim Befahren des National Key Deer Refuge besonders darauf achten, das Wild nicht zu stören. Das bekannteste Key ist jedoch Key West, eine etwa 3 qkm große Insel mit bezaubernden Holzhäuschen, wie man sie auch auf den Bahamas findet, und einer faszinierenden Vergangenheit. 1931 kaufte sich Ernest Hemingway ein Landhaus und verbrachte 10 Jahre seines Lebens hier, in denen er viele seiner berühmten Bücher schrieb. Heute zieht es viele Touristen zu dem Ernest Hemingway Home and Museum, wie auch zu seiner beliebtesten Kneipe. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten auf Key West gehören Audubon House of Gardens, das Haus des berühmten Ornithologen des 19. Jahrhunderts, die East Martello Museum and Art Gallery, das Key West Aquarium, das Key West Lighthouse Museum und Turtle Kraals, wo man 400 Pfund schwere Schildkröten und seltene Vogelarten aus der Nähe beobachten kann.
Das Miami Seaquarium in Virginia Key und an der Biscayne Bay ist ein tropisches Inselparadies, in dem man Schwertwale, Delphine (einschl. »Flipper«) und Seelöwen bewundern kann. Planet Ocean auf dem Virginia Key erreicht man über den Rickenbacker-Damm, hier werden die Rätsel der Weltmeere untersucht und erklärt. Man kann einen Wirbelsturm hautnah erleben, durch Wolken gehen, ein U-Boot besichtigen und die Entstehung der Meere beobachten. Key Biscayne, 10 km vom Geschäftsviertel Miamis entfernt, ist ebenfalls über den Rickenbacker-Damm zu erreichen. Zu den Hauptattraktionen dieses Urlaubsortes gehören die schönen Strände, ein Zoo, ein Picknickhain und Badehäuser. Man kann mit einer Kleinbahn fahren und den Bill Baggs Cape Florida State Park mit Picknick-, Angel-, Boots- und Bademöglichkeiten besuchen.
Fort Lauderdale, nördlich von Miami, ist wegen seiner vielen eleganten Lagunen, Kanäle und Flüsse mit Venedig verglichen worden. Wassersport steht an erster Stelle. Es gibt einen 37 km langen weißen Strand, über 50 Golfplätze, 288 Parks, in denen man reiten kann, ideale Bedingungen für Wanderungen in der freien Natur, Picknicks und zum Camping sowie ausgezeichnete Einkaufsmöglichkeiten auf dem berühmten Las Olas Boulevard. Das Übernachtungsangebot ist groß und reicht von eleganten Resorts bis zu winzigen Häuschen an der Küste.
In der Bahia Mar Marina kann man Boote mieten, oder eine Fahrt mit der Jungle Queen unternehmen. Im Hafen sind etwa 30.000 Schiffe registriert. In der Ocean World, nicht weit vom Geschäftsviertel von Fort Lauderdale, kann man Vorführungen mit Delphinen und Seelöwen, aber auch Haifische, Alligatoren, Meeres- und Landschildkröten sowie tropische Vögel bestaunen. Das Haus des Künstlers Frederic Bartlett, Bonnet House, ist ein subtropisches Anwesen südlich des Sunrise Boulevard. Führungen werden angeboten. Das Discovery Center, zu dem auch ein Planetarium und ein Insektenzoo gehören, bringt der ganzen Familie die Welt der Kunst, Geschichte und Wissenschaft näher. Auch der International Swimming Hall of Fame Aquatic Complex, das Museum of Art mit einer ausgezeichneten Völkerkundeabteilung und das Archäologische Museum sind sehr interessant. Trolley Tours Inc. veranstalten Führungen im gesamten Stadtgebiet. Tagestickets kosten 8 US$ pro Tag, Kinder unter 10 fahren umsonst mit. Voyager Sightseeing Train bieten eine Rundfahrt in offenen Straßenbahnwagen an.
Das Water Kingdom Atlantis, unweit von Fort Lauderdale in Hollywood, ist ein riesiger Wasser-Vergnügungspark mit vielen Attraktionen. In dem wunderschönen Badeort Palm Beach steht das Henry Morrison Flagler Museum, ein Andenken an den Bahnmagnaten, der Palm Beach zu einem Urlaubsort ausbaute, indem er palmengesäumte Alleen anlegte. Weitere Sehenswürdigkeiten in Palm Beach sind der Dreher Park Zoo, das Morikami Museum mit dem japanischen Garten, die Norton Gallery of Art, das South Florida Science Museum und der Lion Country Safari Park mit über 1000 wilden Tieren, kostenlosen Bootsfahrten, Minigolf und einem Dinosaurier- und Reptilienpark. Nordwestlich von Palm Beach liegt Lake Okeechobee, wo man nach Großmaulbarschen angeln kann.
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